Die Digitalisierung beeinflusst den Führungsstil der Zukunft. rpc Coaches zeigen, wie man Mitarbeiter erfolgreich durch den Wandel führt

Von Melanie wimmer 

Neue Herausforderungen für das  Management von morgen

In einem sich schnell verändernden Umfeld, in dem Veränderungen konstant erscheinen, werden visionäre Führung, Mitarbeiterbefähigung und Inspiration von Führungskräften erwartet, die eine Vorbildsfunktion übernehmen. Wie also führen Führungskräfte ihre Mitarbeiter erfolgreich durch den Wandel? Wie sieht der Führungsstil der Zukunft aus? Und müssen Führungskräfte ihre Art und Weise, erfolgreich zu sein, ändern?

Führungsstil von morgen

Im Interview mit unseren rpc-Coaches, Luc Pirard aus Belgien, Spezialist für internationales Management Training und Business Coaching, und Bengt König aus Deutschland, der unter anderem als Vertriebsleiter und Manager über mehr als 30 Jahre Erfahrung in Autohäusern verfügt.

Vor welchen Herausforderungen stehen Führungskräfte heute?

Bengt König: Führungskräfte sind mit einem ständigen Wandel konfrontiert. Sie müssen neue Veränderungen wie die Digitalisierung erkennen und verstehen und auf die Ebene der Mitarbeiter bringen. Um sie herum verändert sich alles, aber oft ändern sich die Führungskräfte nicht von selbst. Und wenn sie nicht mitmachen, werden sie irgendwann verlieren. Diese Denkweise zu etablieren ist schwierig.
 

Luc Pirard: Aber Manager sind heutzutage noch zu operativ motiviert, um sich zu distanzieren und strategisch zu denken. Das Problem ist, dass sich Manager nicht genug auf die Mitarbeiter und kaum auf sich selbst fokussieren. Im Prinzip sollte es umgekehrt sein. Auch die letzte Dimension, die individuelle Person und Figur, sollte nicht vernachlässigt werden. Zuerst müssen sie wissen: "Wohin will ich gehen" und "Wie muss ich mich organisieren"? Dann haben die Führungskräfte auch Zeit, sich mit den wichtigsten Themen ihres Geschäfts und dem Personalmanagement zu befassen. Hier ist es notwendig, die richtige Balance zu finden.

Luc, was raten Sie den Managern in diesem Fall zu tun?

Luc Pirard: Zunächst einmal, um das richtige Ziel zu setzen. "Was ist das Unternehmensziel und was ist mein eigenes Ziel?" Dies zeigt die Prioritäten. Führungskräfte brauchen Selbstreflexion, um zu wissen, wohin sie gehen wollen. Bei der Umsetzung lautet die Kernfrage: "Wie übersetze ich die Ziele für meine Mitarbeiter"? Das Bewusstsein für den eigenen Führungsstil und die Selbstmotivation spielen eine Schlüsselrolle. Dann können sie sich, ihr Geschäft und ihr Team in die gleiche Richtung lenken.

Sprechen wir über spezifische Veränderungen durch die Digitalisierung. Was bedeutet das für Manager?

Luc Pirard: Für mich ist die Digitalisierung kein Selbstzweck, sondern ein Weg oder ein Mittel. Manager sollten es nutzen, um Prozesse zu vereinfachen, zu beschleunigen und zu optimieren. Auf diese Weise sollten sie das Gesamtbild sehen: Wie passt das alles zusammen? Wie können wir abteilungsübergreifend zusammenarbeiten? Die Überwindung von Silos ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit.

Bengt König: Das Verhältnis zu den Mitarbeitern verändert sich mit der Digitalisierung. Den Führungskräften bleibt nichts anderes übrig, als agiler zu führen und den Mitarbeitern mehr Spielraum für die eigene Kreativität zu geben. Veraltete Kommunikationsmethoden sind hier zum Beispiel eine besondere Herausforderung.

Was ist der beste Weg für Manager, um mit den Herausforderungen der Digitalisierung und der digitalen Transformation umzugehen?

Bengt König: Sie müssen offen sein für neue Medien – wie den Einsatz von Apps – und Informationen gezielt vermitteln können. Darüber hinaus sollen neue digitale Technologien und Kanäle es den Mitarbeitern ermöglichen, sich schnell und einfach selbst zu informieren. Führungskräfte bieten daher mehr Flexibilität, brechen alte Ansätze auf und entlasten sich selbst. Daher konzentrieren sich beide Seiten auf die Arbeit an sich selbst, damit sie neue Herausforderungen systematisch angehen können. Die Mitarbeiter gewinnen mehr Transparenz, während die Führungskräfte ein höheres Vertrauen sehen. Diskussionen können gezielt eingeleitet werden, um die Beziehung weiterzuentwickeln.

Heutzutage sprechen wir oft nicht mehr von konkreten Veränderungen, sondern von ständigen Veränderungen für Führngskräfte. Was heißt das?

Bengt König: Sie müssen nicht jedem einzelnen Trend folgen. Ein Manager muss beurteilen können, ob bestimmte Änderungen für das eigene Unternehmen tatsächlich sinnvoll sind. Ich möchte fragen: Was müssen wir lösen? Was bietet den größten Mehrwert für uns und letztlich auch für unsere Kunden?

Luc Pirard: Zu viele Veränderungen verschleißen die Mitarbeiter, die den Wandel in der Regel als eine größere Arbeitsbelastung betrachten. Sie müssen verstehen, was für sie persönlich drin ist. Eine Frage, die ständig gestellt wird, ist: "Was ist das Ziel?" Das ist ganz natürlich. Wir sind alle nur Menschen und haben Angst vor dem Unbekannten. Daher müssen Manager den Mitarbeitern die Vision und den Weg zur Erreichung des Wandels zeigen.

 

Wie können Führungskräfte den Mitarbeitern helfen, mit zukünftigen Veränderungen umzugehen?

Luc Pirard: Die Mitarbeiter müssen in der Lage sein, an Führungskräfte zu glauben und ihnen zu vertrauen. Die Aufgabe der Führungskräfte ist es, die Gründe herauszufinden, warum Mitarbeiter sich dem Wandel widersetzen und ihm entgegenwirken. Das erfordert Disziplin von ihnen. Sie sollten von ihren Mitarbeitern dasselbe verlangen. Eltern sind damit vertraut: Wenn man Kindern keine Struktur gibt, herrscht zu Hause Chaos.

Bengt König: Viele Mitarbeiter sind in ihr Tagesgeschäft eingebunden. Hier hat die Führungskraft die Aufgabe, die Mitarbeiter bei der Bewältigung der neuen Herausforderungen durch Kommunikation und Vertrauen zu unterstützen. Dazu gehören auch kleinere Änderungen, wie z.B. die Verwendung eines Tablets anstelle von Stift und Papier. Einige Mitarbeiter sind technologiefreundlich und haben damit kein Problem – aber für andere ist es eine große Herausforderung. Coaching-Ansätze ermöglichen Führungskräften, eine Beteiligung und insbesondere ein Verständnis für den Wandel zu schaffen, indem sie den Mehrwert für sie und ihre Kunden deutlich machen. Mitarbeiter, die von der Veränderung überzeugt sind, können als "Change Ambassadors" die Vorteile klar vermitteln und die neue Herausforderung gemeinsam mit ihren Kollegen meistern.

Warum ist das Thema Führung heutzutage besonders wichtig?

Luc Pirard: Immer mehr Mitarbeiter kündigen aufgrund ihrer Führungskräfte. Vor allem fehlendes Vertrauen der Vorgesetzten wird als Grund genannt und das unabhängig davon, ob die Führungskraft und der Mitarbeiter weiblich oder männlich, alt oder jung ist. Doch oft sehen Führungskräfte den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. „Wie führe ich meine Mitarbeiter?“ und „Wie delegiere ich richtig?“ sind Fragen, die uns im Coaching immer wieder gestellt werden.

„Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“, sagen die Deutschen. Viele Führungskräfte delegieren daher nicht, sondern mikro-managen. Als Führungskraft muss man aber nicht jedes kleinste Detail verstehen. Kenne die Stärken deiner Mitarbeiter und baue darauf auf. Und akzeptiere Fehler – denn auch aus Fehlern kann man lernen. Meine Lebenseinstellung: „Zu jeder down-side gibt es auch eine up-side.“ Sieh die positive Seite.

Wie können Manager erkennen, welcher Führungsstil für sie der richtige ist?

Bengt König: Es gibt keinen einheitlichen Führungsstil. Natürlich sollte ein Manager bestimmte Eigenschaften wie Respekt, Offenheit für Neues, Transparenz und Ehrlichkeit in den Vordergrund stellen. Der Stil hängt jedoch von der Umgebung ab. Man müsste es bei einem Start-up wohl etwas anders machen als bei der Armee.

Luc Pirard: Du solltest dich immer auf deine eigenen Mitarbeiter konzentrieren, mehr als alles andere. Sprechen Sie mit Ihren Mitarbeitern, lernen Sie sie kennen und setzen Sie sich immer mit den verschiedenen Persönlichkeiten auseinander. Im Allgemeinen ist heutzutage nicht mehr das Transaktionsmanagement, sondern das Transformationsmanagement wichtig. Denken Sie über den Tellerrand hinaus, konzentrieren Sie sich auf Vision und Innovation. Sie sind ein Vorbild, Sie inspirieren, entwickeln und fordern Ihre Mitarbeiter. Das ist für mich der Führungsstil der Zukunft.

Können Führungskräfte ihren Führungsstil grundlegend anpassen, wenn eine Veränderung dies erfordert?

Bengt König: Der entscheidende Faktor ist, wer sie auslöst. Wenn jemand einen bestimmten Führungsstil durchsetzen will, ist es wahrscheinlich, dass keine Änderung möglich ist. Wenn die Änderung jedoch vom Manager kommt, ist dies möglich. Eine klare Strategie ist wichtig.

Ein Transformationsprozess in einem Unternehmen, insbesondere ein Kulturwandel, erscheint wie eine Operation am offenen Herzen. Glauben Sie, dass dieses Bild auch für einen veränderten Führungsstil gilt?

Bengt König: Ja, definitiv. Du musst eine klare Entscheidung treffen: Was erlaube ich mir in der Operation am offenen Herzen? Wo mache ich den Schnitt? Coaches sollten als Chirurgen eingesetzt werden, um die Operation oder die Veränderung zu unterstützen. Wir gehen auch auf die Personaldiagnose ein. Bist du der Typ für diesen Stil? Schließlich ist es das Wichtigste, authentisch zu sein. Den Schnitt nur in einem der Ventrikel rechts oder links durchführen.

Bei rpc unterstützen wir Führungskräfte dabei, das richtige Werkzeug dafür einzusetzen, um den eigenen Stil des Managers zu verbessern.

Was definiert Sie als rpc-Coaches?

Bengt König: Bei rpc sind wir bestrebt, die Sprache unserer Kunden zu sprechen und unsere Lösung auf Augenhöhe zu vermitteln. Wir sprechen die Sprache der Manager, aber auch die der Mechaniker. 

Innerhalb von rpc schaffen wir Synergien, indem wir nicht nur Coaching, sondern auch unsere Erfahrungen in den Bereichen Consulting und Training einbeziehen. Mit anderen Worten: Wir bieten ein "Rundum-Sorglos-Paket" an und setzen innovative Ansätze ein, um Kunden dabei zu unterstützen, Veränderungen erfolgreich zu bewältigen.

Welchen Rat möchten Sie den Führungskräften der Zukunft geben?

Luc Pirard: Management ist Leidenschaft. Beginnen Sie zu verstehen, was die Menschen motiviert. Für mich ist das Individuum das Wichtigste. Es gibt nur "den Mitarbeiter" und nicht "die Mitarbeiter".

Bengt König: Als Vater kommt mir ein Bild sofort in den Sinn: Verhalte dich wie SpongeBob! Nehmen Sie neues Wissen wie einen Schwamm auf und setzen Sie es in Ihrem Führungsstil um. Aber nehmen Sie keine grundlegenden Änderungen an dem, was SIe aussmacht, vor. Bleiben Sie immer authentisch.

Das Interview wurde auch auf LinkedIn veröffentlicht.

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Bengt König

Bengt König ist seit 2011 als erfolgreicher Berater tätig und beruft sich dabei auf seine mehrjährige Erfahrung als Führungskraft im Automobilbereich. Er begleitet Unternehmen bei den Themen Strategie, Planung und Führung. Als Coach unterstützt er mit seiner Expertise in den Bereichen Change Management und Prozessoptimierung.

Foto Luc

Luc Pirard

Luc Pirard ist Senior Manager bei rpc und hat mehrjährige strategische und operative Geschäftsführererfahrung in Unternehmen mit einer Niederlassungsstruktur. Als Coach liegen seine Schwerpunkte im Training & Coaching für Leadership Forums, Management Trainings und in der Strategie- & Postmerger-Beratung im Handel.

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Erik Bellendir ist Partner bei rpc - The Retail Performance Company.
Erik Bellendir
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Erik Bellendir ist Partner und Gründungsmitglied von rpc. Er leitet unsere globale Retail Performance Coaching Linie und ist verantwortlich für die Büros in Großbritannien, Belgien, Luxemburg und den Niederlanden. Er bringt seine Erfahrung als Spezialist für globale Sales Performance Programme sowie seine Tätigkeit im Einzelhandel und in der Werbebranche ein.
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